Kastration

 

Eingriff in die Natur oder Notwendigkeit ?

 

Die Kastration bei Hunden, die über Podenco in Not vermittelt werden entspricht in erster Linie dem Tierschutzgedanken, d.h. sie soll eine Fortpflanzung vermeiden.

Jeder, der einmal ein Tierheim besucht hat,
der vielleicht auch mal in Südeuropa zu Gast war, wird verstehen,
dass die Flut der Welpen und der ständige Nachwuchs das grösste Problem überhaupt sind.

Die Lösung kann und soll nicht die Euthanasie eines unerwünschten Wurfes sein,
so wie es ja leider gerade in Ländern wie
Italien, Spanien, Polen, Portugal, Bulgarien und Rumänien an der Tagesordnung ist.
Die Lösung kann nur die rechtzeitige Kastration von Hündin und Rüde sein.

Tierheimalltag – ungewollt und ausgesetzt.

 

Sicherlich gibt es zahlreiche Pro und Kontra Argumente,
die wir an dieser Stelle nicht alle wiedergeben und diskutieren können,
aber einige seien genannt:

 

Kastrierte Hunde werden älter.

Ca. 8 % aller Hündinnen über 7 Jahre erkranken an einer Gebärmuttervereiterung (Pyometra)
oder an einer Gebärmutterentzündung (Endometritis).
Es ist statistisch nachgewiesen, dass frühkastrierte Tiere im Durchschnitt etwa 1 Jahr länger leben als unkastrierte.
Das bedeutet: für die Hündin ist die Kastration, wenn sie frühzeitig erfolgt, lebensverlängernd,
weil häufige Krankheiten älterer Hündinnen (Gebärmuttervereiterungen, Gesäugetumore) nicht mehr vorkommen können.

Mammatumore können vermieden werden.

Es ist bekannt und erforscht, dass die rechtzeitige Kastration dieses Risiko um ein vielfaches reduziert.
Allerdings empfiehlt sich die Kastration erst wenn der Hund ausgewachsen ist,
d.h. nach der ersten Läufigkeit bei der Hündin und etwa mit einem Jahren beim Rüden.

Sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem Tierarzt,
der Ihnen den besten Zeitpunkt für Ihren Hund empfehlen wird.

Im Tierheim ist die Situation ein wenig anders und die Notwendigkeit einer frühzeitigen Kastration gegeben.
Stellen Sie sich ein Tierheim mit durchschnittlich 150 Hunden vor und eine läufige Hündin.
Selbst wenn sie isoliert untergebracht werden kann (was nicht immer möglich ist),
besteht eine enorme Unruhe und angespannte Stimmung bei den anderen Hunden,
die zu unnötigen StressSituationen führen würde.

Die Kastration vor der Geschlechtsreife hat eine Verzögerung des Epiphysen Fugenschlusses zur Folge,
dieses wiederum ist für ein unübliches Wachstum verantwortlich,
d.h. das Röhrenknochenwachstum dauert an und die Tiere werden grösser als ein altersgerecht kastriertes Tier.

Mehr als die Hälfte aller Mammatumore der Hündin erweisen sich bei der histologischen Untersuchung als bösartig.
Die Entwicklung ist oft rasant und das Wachstum kann sich  auf angrenzendes Gewebe ausweiten,
es bilden sich Metastasen (Tochtergeschwülste), die Lymp- und Blutgefässe können beteiligt sein.

Angeraten wird in einem solchen Fall die betroffene Milchleiste vollständig entfernen zu lassen,
meist mit einer gleichzeitig durchgeführten Kastration,
die allerdings keinen Einfluss auf das neuerliche Entstehen weiterer Tumore auf der nicht operierten Seite hat.

Die rechtzeitige Kastration verhindert das Auftreten von Brusttumoren deutlich.
Das Risiko im Laufe des Lebens an einem Brusttumor zu erkranken beträgt für Hündinnen,
die vor der ersten Läufigkeit kastriert werden nur 0,05 %.
Erfolgt die Kastration erst nach der ersten Läufigkeit,
so erhöht sich das Tumorrisiko bereits auf 8%,
bei Kastration nach der zweiten Läufigkeit sogar auf 26%.

Ab dem vierten Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit von Mammatumoren.

Sollte die Hündin 1 x läufig werden ?

Es ist bekannt und erforscht, dass die rechtzeitige Kastration das Risiko von Mammatumoren um ein vielfaches reduziert.
Allerdings empfiehlt sich die Kastration erst wenn der Hund ausgewachsen ist,
d.h. nach der ersten Läufigkeit bei der Hündin und etwa mit einem Jahren beim Rüden.

Sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem Tierarzt,
der Ihnen den besten Zeitpunkt für Ihren Hund empfehlen wird.

Im Tierheim ist die Situation ein wenig anders und die Notwendigkeit einer frühzeitigen Kastration gegeben.
Stellen Sie sich ein Tierheim mit durchschnittlich 150 Hunden vor und eine läufige Hündin.
Selbst wenn sie isoliert untergebracht werden kann (was nicht immer möglich ist),
besteht eine enorme Unruhe und angespannte Stimmung bei den anderen Hunden,
die zu unnötigen StressSituationen führen würde.

Die Kastration vor der Geschlechtsreife hat eine Verzögerung des Epiphysen Fugenschlusses zur Folge,
dieses wiederum ist für ein unübliches Wachstum verantwortlich,
d.h. das Röhrenknochenwachstum dauert an und die Tiere werden grösser als ein altersgerecht kastriertes Tier.

Kastrierte Hunde werden dick.

Das kastrierte Hunde dicker werden, kann man nicht pauschal bestätigen,
aber es ist korrekt, dass kastrierte Tiere ihre Nahrung anders verbrennen.
Es liegt weniger an der Kastration, wenn ein Hund übergewichtig ist,
sondern an der üppigen Nahrung (Leckerlis!).

Es liegt in der Verantwortung des Halters seinen Hund ausgewogen zu ernähren
und auf ein Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ernährung zu achten,
beim kastrierten wie beim unkastrierten Hund gleichermaßen.

Der Jagdinstinkt wird weniger.

Dass der Jagdinstinkt durch eine Kastration beeinflusst wird, können wir nicht bestätigen.

Kastrierte Hunde sind die besseren Arbeitshunde.

Die Kastration von Schäferhunden,
tibetischen Do-Khyi oder Herdenschutzhunden ist vor allem beim Rüden durchaus üblich,
weil sich die Rüden dann eher auf ihre Aufgabe und nicht auf die Damenwelt konzentrieren und sich intensiver an die Herde binden.

Belästigung durch andere Rüden

Das vereinzelt kastrierte Rüden durch andere belästigt werden,
ist nicht ganz von der Hand zu weisen und
steht im Zusammenhang mit dem veränderten Hormonhaushalt.

Verschiedene Studien lassen einen Zusammenhang zum Monat der Kastration zu.
So beschreibt Kathrin Wörner im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität Würzburg,
dass weitaus mehr Rüden später belästigt werden,
wenn sie im November oder März kastriert wurden,
als bei denen, die im April.

Diese Studie lässt den Schluss zu,
dass die Häufigkeit der sexuellen Belästigungen bei Hunden ansteigt,
die im Zeitraum September bis März kastriert wurden.

Neben der Berücksichtigung des Alters
ist also ein Kastrationszeitpunkt im Dezember oder Frühsommer empfehlenswert.

Besser Kastration oder Sterilisation ?

Kastration oder Sterilisation ?

Der Begriff Kastration kommt aus dem Lateinischen (castratus) und
umschreibt die operative Entfernung der Keimdrüsen (Hoden beim Rüden und Eierstöcke bei der Hündin).

Der Bergiff Sterilisation
umschreibt die Unfruchtbarmachung durch das Unterbinden der Ausführungsgänge der Geschlechtsdrüsen.

Bei einer Sterilisation werden die Eileiter unterbunden.
Das verhindert eine Trächtigkeit, allerdings bleibt die Hitzeblutung bestehen,
ebenso wie die Rüdenaktivität, das Risiko der Scheinschwangerschaft und Gesäugetumore sowie Gebärmuttervereiterung u.a.

Die Tierheimtiere werden kastriert.

Nebenwirkungen

In wenigen Fällen kann eine Nebenwirkung das sogenannte Harnträufeln sein,
also eine Problematik des Schließmuskels,
vorkommend allerdings eher bei älteren Kastraten.
Sprechen Sie Ihren Tierarzt oder Ihren Tierheilpraktiker in diesem Fall frühzeitig an.
Gerade die Naturheilkunde bietet eine Reihe von Möglichkeiten, wenn es zum Problem des Harnträufelns kommen sollte.

Idealerweise denken Sie vor diesen (wie jedem anderen) operativen Eingriff
an eine OP-Vorbereitung, die später einen guten Heilungsverlauf ermöglicht.

Tierheimalltag - ungewollt und ausgesetzt
Das Tierschutzgesetz verbietet eine Kastration.

Ist eine Kastration nach dem Tierschutzgesetz überhaupt erlaubt ?

Leider finden sich immer wieder irreführende Hinweise wie ‚das Tierschutzgesetzt verbietet eine Kastration‘.
Richtig ist, dass das unnötige Amputieren von Organen nicht erlaubt ist,
aber
»das Verbot des vollständigen oder teilweisen Amputierens von Organen etc. gilt nicht,
wenn der Eingriff zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung oder
– soweit tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen –
zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres eine Unfruchtbarmachung vorgenommen wird.«
(§ 6 Abs. 1, Ziffer 5 des Tierschutzgesetzes)


Daneben gibt es zahlreiche weitere Argumente, die teilweise jeder Grundlage entbehren.

Leider versuchen auch Tierärzte den Haltern einzureden, das sei alles nicht notwendig und ein unnötiger Eingriff. Wir gehen davon aus, dass diese Veterinärmediziner nie vor der Problematik eines total überfüllten Tierheimes standen, in dem beinah jeden Tag neue Welpen ankommen.
Was würden sie tun in dieser Situation ?
Was würden sie tun, wenn die Tiere kein Zuhause finden, weil es zu viele sind und jeden Tag neue hinzu kommen ?

Empfehlenswert ist ein mehrmonatiger Aufenthalt in einem Tierheim in Süd- oder Osteuropa,
das würde die Meinung sicher relativieren.

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