Mittelmeerkrankheiten

– das sind nicht ausschliesslich am Mittelmeer vorkommende Erkrankungen. Sie kommen in Spanien ebenso wie in Frankreich oder Deutschland vor und die Infektion via Zecke kann am Mittelmeer ebenso wie im Schwarzwald erfolgen.


Da Podenco in Not e.V. nicht nur in Spanien engagiert ist, sondern auch dem ein oder anderen Podenco oder Galgo ermöglicht zu seinen Menschen nach Deutschland umzuziehen, müssen und wollen wir aber das Thema Leishmaniose u.a. ansprechen. Hier soll weder Panik verbreitet werden, noch sollen Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose o.a. heruntergespielt und verharmlost werden.

Leider gibt es trotz der neueren Erkenntnisse immer wieder Tierschützer, die – für unsere Begriffe unverantwortlich – Aussagen machen wie:

Leishmaniose ? Kein Problem, eine Tablette täglich und alles ist gut.

So einfach ist es nicht und auch Sätze wie:

Da geben Sie ein Medikament und der Hund kann geheilt werden

sind irreführend.

Wenn Sie sich für einen Hund aus Südeuropa interessieren, erfragen Sie vor der Adoption die Testbefunde. Geben Sie sich bitte nicht zufrieden mit ‚der hat nichts‘ ‚der ist gesund‘. Natürlich gibt es keine Garantie für eine 100%tige Gesundheit, aber die Sorgfaltspflicht sollte einen umfassenden Labortest beinhalten.

Tierschutz bedeutet Verantwortung

und diese Verantwortung nehmen wir ernst.

 

Wenn ein neuer Halter erst bei der Abholung seines Tieres erfährt, dass der Traumhund leider Leishmaniose positiv ist, ist unverantwortlich. Ebenso wie das Verschweigen eines positiven Befundes über Wochen, während der Hund in Pflege ist, in der Hoffnung auf eine Bindung.

Offenheit, Ehrlichkeit und Informationsaustausch

sind die Basis einer guten Vermittlung.

 

Podenco in Not übernimmt für alle bei uns vorgestellten Hunde einen umfassenden Labortest, inkl. Test auf Leishmania u.a.

Hunde, die positiv getest werden, erhalten eine Therapie und finden in Spanien ihr Zuhause, nicht zuletzt wegen der Stressbelastung durch die Reise.

 

 

 

 

 

Aiyana war einer der ganz wenigen Hunde, die positiv getestet und therapeutisch unterstützt wurde. Sie hat ihr Zuhause in Spanien gefunden.

 

 

 

Mit Ihrem Beitrag zur Medizinischen Hilfe unterstützen Sie die Prophylaxe und Therapie.

Leishmaniose

Die Leishmanien werden durch Sandfliegen oder über offene Wunden übertragen.

Verbreitungsgebiet:  Die Verbreitung beschränkt sich NICHT auf den Mittelmeerraum, sondern bezieht sich beispielsweise auch auf die Schweiz, ebenso wie Frankreich, Spanien, Italien, ehem. Jugoslawien, Albanien, Portugal und Griechenland.

Behandlungsmöglichkeit besteht, aber es kommt meist zu Rezidiven, keine Ausheilung.

Die Therapie ist aufwendig, erfolgversprechend im Anfangsstadium.

Überträger ist die Sandmücke Phlebotomus, versch. Gattungen.

Die Symptome sind vielfältig, die bekanntesten betreffen Hautveränderungen wie Einrisse an den Ohrrändern, Haarausfall, verstärktes Krallenwachstum u.a.

Babesiose

Die Erreger sind winzige Einzeller, die die roten Blutkörperchen befallen und eine Blutarmut erzeugen.
Die Übertragung erfolgt durch Zecken.
Verbreitungsgebiet:  tropische und subtropische Länder, Mitteleuropa bis Norditalien und Südschweiz, Österreich, Ungarn.
Behandlungsmöglichkeit besteht mit guten Erfolgsaussichten.
Eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen ist nicht möglich.

Ehrlichiose

Die Erreger sind winzige Einzeller, die die weissen Blutkörperchen befallen und eine Immunschwäche auslösen.
Die Übertragung erfolgt durch Zecken.
Verbreitungsgebiet: tropische und subtropische Länder, Mitteleuropa bis Norditalien und Südschweiz, vereinzelt auch in Deutschland (Flussniederungen).
Behandlungsmöglichkeit besteht mit guten Erfolgsaussichten.
Eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen ist nicht möglich.

Rickettsiosen

Rickettsiosen
(Ehrlichia, Rickettsia conorii / Erreger des Boutonneuse-Fiebers, Rickettsia rickettsii / Erreger des Rocky Mountain spotted fever)

Rickettsien sind eine Zwischenart von Bakterien und Viren.
Ihren Namen erhielten diese Erreger von ihrem Entdecker,  Howard Taylor Ricketts.
Als Überträger kommen Zecken in Frage, aber auch verschiedene Spinnentiere.

Vorkommen

Die verschiedenen Rickettsienarten kommen teilweise regionsgebunden, teilweise aber auch weltweit vor. So wird beispielsweise Rickettsia rickettsii auch Rocky Mountain spotted fever oder Felsengebirgsfieber genannt, aber aufgrund von wiederholten Erfahrungen müssen wir feststellen, dass diese Erkrankungen auch in mediterranen Ländern vorkommen.

Symptome

Die Symptome sind sehr unterschiedlich, charakteristisch sind Einblutungen wie sie auch bei der Ehrlichiose (ebenfalls Rickettsienerkrankung) vorkommen. Kleine Entzündungen der Lymphknoten, Hautauffälligkeiten, Haarausfall, vermehrte Schuppenbildung gehören ebenfalls zum typischen Bild. Schwere Verläufe verursachen Organschäden, massive Gewebsuntergänge, sogenannte Nekrosen und Hirnhautentzündungen, abhängig vom jeweiligen Erreger.

Nachweis

Bei entsprechender Symptomatik und Auffälligkeit, schlechter Heilungstendenz, allgemeiner Schwäche und fehlenden Befunden, die diese Symptome erklären würden, sollten Sie sicherheitshalber bei einem Hund aus dem mediterranen Raum also nicht nur die ‚üblichen’ Mittelmeererkrankungen testen lassen, sondern das Testverfahren um Rickettsia conorii und ggf. Rickettsia ricketsii erweitern. Der Nachweis erfolgt über einen Bluttest, in Spanien ist dieser Test weder teuer noch aufwendig, in Deutschland gibt es nur wenige Labore die entsprechend ausgestattet sind.

Therapie

Hier wird Sie Ihr Tierarzt oder Tierklinik beraten. In der Regel erfolgt die Behandlung mit einem Breitband-Antibiotikum über einen Zeitraum von wenigen Wochen, zusätzlich ist ein Immunpräparat, ggf. auch ein leberunterstützendes Präparat angezeigt. Bei Ehrlichiose erwies sich Imidocarb als Mittel der Wahl. Eine frühzeitige Therapie ist mitunter lebensrettend.

Dirofilariose

Sogenannter Herzwurm, der in der rechten Herzvorkammer und den Lungenarterien vorkommt und zu erheblichen Herz- und Lungenbeschwerden führt. Die Larven werden von Stechmücken übertragen.
Verbreitungsgebiet: vorwiegend in Sumpfgebieten im südlichen Nordamerika und Mittelamerika, aber auch im Mittelmeerraum
Behandlungsmöglichkeit besteht.
Eine Übertragung der Krankheit auf den Menschen ist nicht möglich.

Hepatozoonosen

Die Ansteckung erfolgt für den Hund, in dem er entweder eine Zecke schluckt (zerbeisst und schluckt). Der Krankheitserreger gelangt auf diese Weise in die Darmwand und von dort aus in den Blutkreislauf. Er siedelt sich in Lymphknoten und Knochenmarkt sowie in Organen wie Milz, Leber, Nieren an. Dort kommt es zu Organveränderungen.

Typische Krankheitsanzeichen sind Fieber, Blutarmut, fehlender Appetit, Abmagerung, glanzloses Haarkleid, geschwollene Lymphknoten, Nasen- und Augenausfluss, blutiger Durchfall, Muskelschwäche, steifer Gang.

Die Prognose ist unsicher, es gibt Hunde, die sich spontan erholen, andere sterben noch bevor der Erregernachweis im Blut erfolgen konnte.

Die Hepatozoonose galt bis vor wenigen Jahren noch als äusserst seltene Erkrankung, mittlerweile stellt sie aber ein grosses Problem vor allem in den mediterranen Ländern, hier besonders im Raum Malaga / Portugal, dar.

Therapeutisch stehen noch keine spezifisch wirksame Medikamente zur Verfügung.

weiterführende Informationen

Parasitus Ex e.V.
Forschung und Information zum Thema parasitäre Erkrankungen bei Tieren

communicanis
Erfahrungsberichte von Haltern

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