Ein Galgo sollte es sein.

Der 5. Hund von PiN sollte eine Galgomädel sein, so der Plan. Und eine Spielgefährtin für Aliya, ganz wichtig, nicht so zimperlich, katzenfreundlich, nicht zu klein, nicht zu groß, lustig, jung und spielbegeistert sollte sie sein.

Nach dem ersten Telefonat mit PiN zeigte sich jedoch schnell, dass die auserkorenen Mädels in Spanien nicht so richtig zu unseren 3 vorhandenen Hunden passen. Auch den Wunsch, einen Galgo aufzunehmen, sollten wir genau bedenken. Kurzerhand wurde unsere Auswahl um einige Rüden erweitert und auch zwei Podencos rutschten auf die Kandidatenliste. Jetzt wurde es schwierig, also für uns Menschen. Die sinnvollste Lösung war ein Medialog mit unseren Hunden, das hatte sich in der Vergangenheit schon oft bewährt. Coli schätzte die Situation sehr gut ein und hatte die Bedürfnisse aller Vierbeiner im Blick. Dann fiel eine schnelle Entscheidung: kein Galgo-sondern ein Podenco, kein Mädel-sondern ein Rüde, nicht braun oder gestromt-sondern weiß, nicht kurzhaarig-sondern zottelig: Atreyu

Mit Atreyu sollte also ein Hund einziehen, dem das Vertrauen zu Menschen fehlt und der mit Männern nicht wirklich was am Hut hat. Ein scheuer Hund, den die Tierschützer in Spanien nur unter erschwerten Bedingungen in ihre Obhut nehmen konnten. Wir vertrauen, und wir verlassen uns auf Coli und PiN.

 

Nun ist Atreyu da, steigt aus der Box und wickelt im Handumdrehen alle um die Pfote. Stolz, selbstbewusst und oberneugierig erkundet er alles, was ihm vor die Nase kommt. Unsere drei Hunde und die beiden Katzen nehmen ihn liebevoll auf, es herrscht Harmonie von Anfang an. Treppen steigen, Staubsauger, Kaffeemaschine, Rasenmäher, alles ist okay. Nur uns gegenüber ist er die ersten Tage etwas unnahbar und nähert sich recht zögerlich. Atreyu macht dabei keinen Unterschied, ob Mann oder Frau, Menschen sind ihm etwas suspekt. Das wussten wir vorher und lassen ihm jetzt die Zeit, die er braucht, um wieder Vertrauen zu können.

Heute, nach drei Wochen, begrüßt er uns schwanzwedelnd, lässt sich anleinen, kommt mit rein, kommt mit raus, hört oft auf seinen Namen und ja, anfassen dürfen wir ihn auch. Atreyu entwickelt sich zum Kuschelhund und genießt unsere Nähe, nicht immer, aber schon ganz oft. Manchmal sitzen wir einfach nebeneinander auf der Treppe, dieses Gefühl kann ich nicht beschreiben, was für ein Geschenk!

 

Atreyu ist frech und am liebsten immer mit dabei, er läuft super an der Leine und verträgt sich unterwegs vorbildlich mit anderen Hunden. Er kugelt sich in seinem Bett rum und bringt uns mit seinen Liegepositionen zum Lachen. Seine große Neugierde hilft ihm und uns unwahrscheinlich beim Lernen. Atreyu ist ein Kasper, neuerdings liegt überall Spielzeug rum. Coli ist ganz verliebt in ihn und lehrt ihn, nicht ganz so wild und grobmotorisch zu sein. Aliya hat einen Spiegel vorgehalten bekommen und muss erst mal damit klar kommen, dass jetzt noch so ein Wirbelwind bei uns lebt, der noch dazu das Zeug zum Chef hat. Baba akzeptiert den zweiten Rüden im Haus, hält sich aus dem wüsten Spielgerangel raus und hat ein Auge auf Atreyu – treibt er Unfug oder klaut Sachen, sagt Baba lauthals Bescheid.

 

 

Wir sind überglücklich, dass Atreyu bei uns ist. Alle Bedenken, dass er meinen Mann nicht mag oder sich lange nicht anfassen lässt, haben sich schnell zerstreut. Im Gegenteil, es scheint, als würden die beiden Herren ein Herz und eine Seele werden, unglaublich.

DANKE – ein, nein 1.000.000 Dankes – an ALLE, die geholfen haben, für Atreyu ein zu Hause zu finden. Ihr macht ihn und uns unwahrscheinlich glücklich. Wir sind so froh, dass wir in der Hunde-Vermittlungs-Wüste schon vor Jahren einen Partner gefunden haben, für den das Wohl der Tiere an oberster Stelle steht. Und für den nicht der Massen-Import sondern die Veränderung in Spanien das Hauptanliegen ist. Das ist ebenfalls ein großes Geschenk! Die viele Vorarbeit, die kompetente Entscheidungshilfe, die vielen Informationen und Fotos, die wir im Vorfeld bekommen haben – sehr sehr gern gebe ich das ein Stück zurück, indem ich Frau Carls und Frau Sauerland ganz intensiv an Atreyus Entwicklung teilhaben lasse.

Das Leben ist schön!
Glückliche Grüße

Familie Atreyu

Podenco in Not e.V.

Podenco in Not e.V.

Anmerkung:

Schön zu lesen, wie aus dem weiblichen Galgo ein männlicher Podenco wurde ! Und: wir geben diese Freude weiter, an unsere Mitglieder und Homepagebesucher und an die spanischen Tierschützer, die um Atreyu gebangt, ihn von der Strasse geholt und versorgt haben. Das Teilhaben am Happy End motiviert alle, die jeden Tag ihren Einsatz für die Tiere leisten. Es ist einfach nur Glück die Bilder oben zu sehen und die wunderbare Entwicklung zu verfolgen.

Abstand von den Menschen

Atreyu wurde gefunden und es war sehr schwer ihn zu sichern. Aufgrund seiner Ängste und dem fehlenden Vertrauen zu Menschen war er einfach immer wieder schneller. Erst eine Verletzung machte das Einfangen möglich.

 

Ihr Erfahrungsbericht