Lenita
Galga • weiblich kastriert • geb. ~ 30.01.2023 • 65 cm Schulterhöhe
Vorgeschichte
Als eine Tierfreundin eine Galga in erbärmlichem Zustand meldete, war sofort klar: Hier zählt jede Minute.
Völlig abgemagert, geschwächt und mit unvorstellbaren Schmerzen wurde Lenita gefunden.
An ihrem Vorderlauf hatte sie die Reste einer Drahtschnur, sie war in einer Schlingfalle gefangen gewesen. Diese Fallen sind in Deutschland verboten, werden jedoch in vielen anderen Ländern noch eingesetzt. Sie schneiden sich tief ins Fleisch, die gefangenen Tiere leiden oft tagelang und sterben schließlich an Hunger, Durst oder Infektionen.
Lenita hatte verzweifelt versucht, sich selbst zu befreien.
Als sie gefunden wurde, war ihr Vorderlauf nahezu vollständig durchtrennt, die Wunde massiv entzündet und von Parasiten befallen. Nur durch schnelles Handeln konnte sie gerettet werden. Sie kam sofort in eine Tierklinik und wurde notfallmäßig versorgt. Aufgrund der schweren Infektion und des zerstörten Gewebes musste der Vorderlauf amputiert werden.
Was bedeutet das für sie ? Das Wichtigste: Sie muss keine Schmerzen mehr ertragen.
Und Lenita hat gezeigt, was in ihr steckt: Sie hat sich schnell arrangiert, wagte die ersten Schritte, wurde von Tag zu Tag mutiger und sicherer auf drei Beinen. Wie so oft zeigt sich, dass der Hund selbst meist weit weniger ein Problem mit der Amputation hat, als wir Menschen befürchten.
Ein Dank an unsere spanischen Tierfreundinnen
Ein herzliches Dankeschön an unsere spanischen Kooperationspartnerinnen, die immer wieder ohne Zögern eingreifen – Tag und Nacht für die Tiere da sind. Sie verdienen unseren allerhöchsten Respekt für ihr unermüdliches Engagement.
Woher sie die Kraft nehmen ? Wir wissen es nicht – doch wir versuchen, sie im Rahmen unserer Möglichkeiten zu entlasten: durch finanzielle Unterstützung, die Übernahme von Tierarztkosten, durch Motivation mit Bildern aus dem neuen Zuhause und indem wir sie am Happy End teilhaben lassen – dank der Fotos unserer AdoptantInnen.
Die Bilder von Lenitas Wunde ersparen wir Ihnen. Beim Anblick mussten wir selbst tief Luft holen. Doch was ist unser Entsetzen im Vergleich zu den Schmerzen und Qualen, die Lenita ertragen musste ?
Lenita in ihrer Pflegefamilie in Deutschland
Treue Vereinsmitglieder haben sie aufgenommen und geben ihr die Möglichkeit, ein Leben mit und bei Menschen kennenzulernen.
Eigentlich arbeiten wir nicht mit Pflegefamilien. Aber besondere Hunde brauchen eine besondere Betreuung und ein Hund mit Handicap ist so ein besonderer Hund. Dieser Aufgabe muss man gewachsen sein.
Lenita soll nicht über eine Einschränkung definiert werden, sondern so wahrgenommen werden wie sie ist: eine vorsichtige Galga mit viel Potential, das sich entfalten wird.
Jetzt kann sie den Tierheimalltag hinter sich lassen und zur Ruhe kommen.
Sie hat einen großen, galgosicheren Garten, in dem sie sich frei bewegen kann, ohne Leine, in ihrem eigenen Tempo. Physiotherapie wird ihre Beweglichkeit unterstützen.
Ihre Galgogefährten werden ihr zeigen, dass man Menschen vertrauen kann und dass es viel zu entdecken gibt.
Lenita hat sich gut eingelebt
Sie läuft frei im Garten, kommt wieder rein, springt aufs Sofa und entspannt mehr und mehr.
Jetzt ist es Zeit mit der gezielten Unterstützung durch Physiotherapie zu beginnen.
Die Untersuchung
Die Tierphysiotherapeutin fand eine verhärtete Muskulatur, eine Fehlbelastung und diverse Narben von alten Verletzungen, die darauf schließen lassen, dass Lenita viel hinter sich hat. Als wir sie endlich sichern konnten, war sie in keinem guten Zustand, zudem musste die Amputation rasch durchgeführt werden, so dass sie erst jetzt wirklich zum Erholen kommt.
Die Physiotherapie wird zunächst die Verhärtungen auflösen, die die Muskulatur aufbauen, der Fehlbelastung entgegenwirken, langfristig die Beweglichkeit verbessern und ein gleichmäßiges Gangbild fördern. Lenita ist in guten Händen bei einer erfahrenen Physiotherapeutin, die behutsam vorgeht und ihr einen Besuch in der Praxis erspart. Der Hausbesuch ermöglicht Lenita in ihrer schon vertrauten Umgebung viel leichter die Therapie zuzulassen.
Lenita braucht Ihre Hilfe
Die Physioeinheiten werden zunächst in kürzen Abständen anstehen, dann aber über lange Zeit in grösseren Abständen wichtig sein, auch um einer künftige Fehlbeslastung entgegenzuwirken. Wir bitten um Ihre Unterstützung.
Jede Spende zählt – ob eine, zwei oder drei Einheiten. Wir freuen uns über jede Unterstützung.
Danke !
Herzlichen Dank an Petra H. und Marita Sch. für Ihre Unterstützung. Dank Ihrer Spende kann Lenita weiterhin Physiotherapie erhalten.
Lenita – schüchtern, mutig und auf dem Weg
Lenita war sehr schüchtern und verängstigt. Wenn man sich ihr näherte und die Leine anlegte, erwartete sie immer das Schlimmste, erstarrte und wagte kaum zu atmen. Dennoch ließ sie von Anfang an die Behandlung und Wundversorgung zu, ruhig und geduldig.
Menschen gegenüber ist sie zurückhaltend und sucht nicht aktiv die Nähe. Mit vertrauten Personen ist sie freundlich und offen, neue Menschen brauchen Geduld und Ruhe, damit sie Vertrauen fasst.
Mit anderen Hunden zeigt sie keine Unsicherheit. Sie ist verträglich mit Rüden und Hündinnen und beschwert sich nur, wenn jemand zu aufdringlich wird.
Mittlerweile ist sie deutlich aufgetaut. Sie bewegt sich sicherer, genießt kurze Ausflüge außerhalb des Tierheims und traut sich von Tag zu Tag mehr. Die drei Beine sind für sie längst kein Hindernis, solange sie sich frei bewegen kann, weshalb ein Garten für sie wichtig ist. An der Leine kann sie gehen, aber es ist für sie beschwerlicher, sich unserem langsameren Tempo anzupassen.
Ihr zukünftiges Zuhause
Lenita sucht Menschen, die ihr Zeit geben, um wieder Vertrauen zu fassen, ohne Erwartungen, ohne Druck, ohne Mitleid. Ein sicher eingezäunter Garten wäre wichtig, damit sie sich in ihrem eigenen Tempo bewegen kann. Ein freundlicher und nicht zu wilder Hundegefährte an ihrer Seite würde ihr zusätzlich Sicherheit geben.
Wie belastbar Lenita bei Spaziergängen langfristig sein wird, wird sich zeigen.
Was sich bereits zeigt: Sie will sich binden, möchte dabei sein und sucht die Nähe.
Gesundheit
Bei ihrer Ankunft im Tierheim war er sehr abgemagert und stark verletzt, aber sie hat sich sehr gut erholt und ist fit und gesund. Sie wird regelmäßig tierärztlich kontrolliert, umfangreiche Laboranalysen liegen vor und sie ist mehrfach geimpft, inklusive Tollwutschutz.
Das ist bei Podenco in Not kein Einzelfall, sondern Standard: Alle unsere Hunde werden regelmäßig untersucht. Dazu gehören Impfschutz, Allgemeinuntersuchung sowie ein Zahnstatus-Check mit Zahnreinigung wenn nötig. Als neue HalterIn erhalten Sie mit den Adoptionsunterlagen alle Laborbefunde und Vorbefunde als vollständige Dokumentation für Ihren Tierarzt.
Katzen
Lenita hat keine Erfahrung mit Katzen.
Haben Sie eine oder mehrere Katzen, sollten Sie über die nötige Geduld und Erfahrung verfügen, um Hund und Katze behutsam zusammenzuführen.
Mit Ihrer Hilfe konnten wir Lenita versorgen
Besonderer Dank für eine großzügige Spende:
Daniela St. • Jutta P.
Lenita wird unterstützt durch seine PatInnen
Gertrud J. & Sigrid M.
Sie fühlen sich angesprochen ?
Sie sind geduldig und bereit, einem Hund Zeit zu lassen.
Dann könnte Lenita genau der richtige Begleiter sein.
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