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Als sich Sigrid B. bei einer Tierschutzorganisation nach einem Hund erkundigte weil sie für Ihren Sohn einen sensiblen Hund suchte dachte sie nicht daran, dass das Handicap ihres Sohnes ein Handicap bei der Adoption darstellen könnte...
.....aber als man davon erfuhr, dass der Sohn behindert ist, meinte man: nein, ein Podenco kommt da nicht in Frage.
Enttäuscht wandte sie sich an Podenco in Not e.V. und war zunächst einmal verblüfft, dass die Behinderung kein Thema war, im Gegenteil, sie wurde wie jeder andere Interessent auch befragt wie und wo sie lebe, Zeit und Platz und und und.
Nach intensiven Vorgesprächen und einem Vorbesuch war klar: dieses Zuhause ist ein Podencozuhause.
Eine Vertrauensperson vor Ort, in direkter Nähe von Familie B. mit viel Hundeerfahrung und fünf eigenen Hunden, erklärte sich freundlicherweise bereit Ansprechpartner zu sein bei eventuellen Startproblemen.
Die Voraussetzungen stimmten, es gab zwei einfühlsame Menschen, viel Zeit, ausreichend Platz und vor allem die Bereitschaft auf einen sensiblen Hund wie den Podenco einzugehen.
Es folgten Gespräche mit Auffangstationen und Pflegestellen, welcher Hund war der ‚richtige’ Hund und nach wenigen Wochen war der passende Podenco gefunden.
Sie brachte die Eigenschaften mit, die hier wichtig waren, Ruhe, Ausgeglichenheit, stark menschenbezogen, sozial mit anderen Tieren, eine Hündin, die weder nervös noch zu stark jagdorientiert war, die dem quirligen Welpenalter entwachsen und nicht zu alt war.
Rosine wurde entsprechend vorbereitet und konnte im Mai 2003 per Flugpate reisen.
Daniel und Rosine sind schon nach wenigen Wochen ein gutes Team, sie gehen sehr vorsichtig miteinander um und Daniel hat in Rosine einen vierbeinigen Partner gefunden, der ihm viel entgegenbringt, ihm auch zeigt, dass Verantwortung nicht mit einer Behinderung unvereinbar sind.
Die Mutter ist bemüht, Daniel ein Stück weit Selbstständigkeit zu vermitteln, weiss, was sie ohne Bedenken zulassen darf und was nicht und Daniel – ist glücklich.
Selbstverständlich gehört die Beobachtung und Führung im Hintergrund zu einer glücklichen Beziehung. Die Bezugsperson muss Energie und Kräfteverhältnisse einschätzen können, beobachten und ggf. sanft eingreifen und helfen.
Diese ‚Managerfunktion’ hat aber nicht nur innerhalb der Beziehung Podenco / Kind oder Podenco / gehandicapter Mensch Gültigkeit, sondern ist in jeder Beziehung wichtig und angebracht.
Speziell im Fall von Daniel gab es innerhalb des Vorstandes bei Podenco in Not eine Fachfrau, die mit ihrer Erfahrung beurteilen konnte, ob und wenn ja, welcher Hund geeignet sein könnte.
Absolut unerlässlich ist das gezielte Training, wie Hund und Mensch miteinander umgehen und der gezielte Aufbau des Miteinanders. Hier muss bei Kindern oder bei einer geistigen Behinderung die Verantwortung des Erwachsenen als Basis zugrunde gelegt werden.
Podenco und Handicap eines Menschen gleich kathegorisches Nein ?
Sicher nicht. Die individuelle Situation ist ebenso entscheidend wie die Einschätzung der Behinderung durch medizinische Fachleute in Kooperation mit einem podencoerfahrenen Trainer.
Ebenso wenig kann diese Beziehung funktionieren wenn es ‚einfach ein Podenco sein soll’ – so individuell wie die Bezugsperson ist, so individuell muss auch die Wahl des passenden Hundes getroffen werden.
Der Kinderarzt bescheinigte einen sozialtherapeutischen Effekt und darüber hinaus zeigt sich auch bei den Nachbesuchen, dass Hund und Kind inklusive Mutter einen Schritt in die richtige Richtung getan haben.
Wir freuen uns, dass aus dem ersten Kontakt zwischen PiN Vertrauensperson, Sigrid und Daniel ein regelmässiger Kontakt wurde, mit ebenso regelmässigem Freilauf in sicher eingezäuntem Gelände mit anderen Hunden.
Podencos als Behindertenbegleithunde
Nach unserer Meinung und Erfahrung eignen sich Podencos hervorragend als Begleiter für Menschen, die in irgendeiner Form scheinbar oder tatsächlich behindert sind.
Beide sind sensibel, reagieren auf Stimmungen, spüren früher Situationsveränderungen als so mancher nicht Behinderte.
Die Frage, wo das Handicap liegt bleibt offen.
Auch Danai, eine Podencohündin, die ihr bisheriges Leben an der Kette verbrachte zeigt deutlich, dass sie einfühlsam auf andere Menschen zugehen kann und möchte.
Bei einem Ausflug in die Stadt begegnete Danai gemeinsam mit ihrer Pflegemutter einer Gruppe Behinderter, teilweise im Rollstuhl sitzend. Danai war aufmerksam, völlig angstfrei, zeigte keine Scheu – im Gegenteil, sie ging zu jedem einzelner der Gruppe, setze sich, ließ sich streicheln, ging zum nächsten.
Ohne Aufforderung von menschlicher Seite wohlgemerkt, sie suchte den Kontakt von sich aus.
In den USA und in Schweden gibt es bereits seit vielen Jahren Podencos die speziell als Behindertenbegleithunde ausgebildet werden, mit Erfolg und positiver Bilanz.
Für uns steht fest, dass der Podenco ein idealer Begleithund für sensible Menschen ist, ob diese Menschen nun zufällig sensible Kinder sind oder gehandicapt, spielt dabei keine Rolle.
Ihre Meinung ist uns wichtig – falls Sie selbst Halter eines Podencos sind, ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder uns einfach Ihre Meinung zu diesem Thema sagen möchten: schreiben Sie uns.
Übrigens.....sowohl Danai als auch Rosine sind Hunde, die aus schlechter Haltung kommen. Danai verbrachte ihr Leben an einer kurzen Eisenkette und Rosine wurde ausgesetzt. Beide waren in schlechtem Zustand, abgemagert, voller Parasiten - ausgedient als Jagdhund und weggeworfen.
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